Vorsicht bei Schadenmanagement durch Versicherer !

Der Bundesverband der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen e.V.-BVSK - hat in einer Information darauf hingewiesen, dass insbesondere bei der Abwicklung von Kfz-Haftpflichtschäden in den letzen Monaten immer wieder festzustellen ist, dass durch Versicherer eine sogenannte Unfallschadensteuerung propagiert wird.

Autofahrern, die unverschuldet einen Unfall erlitten haben, wird angeboten, dass sich der Haftpflichtversicherer des Unfallgegners um alles weitere kümmern wird. Parallel würden derzeit Verträge mit Automobilherstellern und -händlern abgeschlossen, worin diese sich verpflichten, sofort mit der Versicherung Kontakt aufzunehmen, um mit ihm für den Kunden die weiteren Schritte der Unfallschadenabwicklung zu besprechen.

 Nach Überzeugung des BVSK sind derartige Versprechungen nur scheinbar von Vorteil für den Autofahrer. Tatsächlich jedoch wird dem Geschädigten häufig die Abwicklung des Unfallschadens aus der Hand genommen und er hat erhebliche Nachteile in Kauf zu nehmen. Dadurch, dass bspw. auch bei größeren Schäden kein Sachverständiger mehr hinzugezogen wird, werden die Reparaturkosten möglicherweise nur unvollständig ermittelt. Eine Wertminderung, die bei Fahrzeugen, die jünger als 5 Jahre sind , grundsätzlich vom Schädiger zu bezahlen ist, wird erst gar nicht ermittelt.

Ob die gegnerische Versicherung die Wertminderung in der tatsächlich eingetretenen Höhe auch bezahlt, ist für den Geschädigten ohne Gutachten nicht kontrollierbar. Häufig kommt es erst Wochen nach dem Unfall zu Streit über den Unfallhergang oder über die Unfallschadenhöhe. Liegt in diesen Fällen kein Gutachten vor, fehlen dem Geschädigten die jegliche Beweismittel bzw. nur diejenigen die der Gutachter der Versicherung aufgenommen hat. Dieser ist aber häufig Angestellter der Versicherung.

Nach Auskunft des BVSK besteht keinerlei Veranlassung für den Geschädigten, auf seine Rechte insbesondere im Haftpflichtschadenfall zu verzichten. Er hat die Möglichkeit sowohl einen Rechtsanwalt seines Vertrauens einzuschalten, wie auch einen Sachverständigen seines Vertrauens mit der Begutachtung des Schadens zu beauftragen. Die Kosten hierfür sind nach ständiger Rechtsprechung vom Schädiger zu tragen. Ganz massiv wird derzeit nach Auskunft des BVSK festgestellt, dass bei telefonischer Kontaktaufnahme mit dem gegnerischen Versicherer versucht wird, den Geschädigten dahingehend zu beeinflussen, dass er keinen Sachverständigen und keinen Anwalt hinzuzieht.

Von derartigen Beeinflussungsversuchen sollte sich der geschädigte Autofahrer nicht beeindrucken lassen und im Zweifel einen Rechtsanwalt und einen Sachverständigen kontaktieren.
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